Saskia, 24, kombiniert Studium und Arbeit mit einer Sparquote von 60%. Ziel: 100.000€ mit 30

Saskia, 24, kombiniert Studium und Arbeit mit einer Sparquote von 60%. Ziel: 100.000€ mit 30

Wuhu! Es gibt eine neue „Community Story“. Heute mit Saskia, die neben ihrem Vollzeit Job einem Fernstudium nachgeht. Die 24-jährige spart 60% ihres Einkommens. Mega!
Doch lest selbst. Viel Spaß!

  • Würdest du dich eher als Minimalistin oder als Frugalistin oder vielleicht sogar als beides bezeichnen?

Ich würde mich eher als Frugalistin bezeichnen. Ich stehe noch ganz am Anfang und beschäftige mich erst seit Kurzem mit diesen Themen. Ich finde den Grundgedanken des Frugalismus sehr interessant, dass man einfach bewusster lebt und unnötigen Konsum auf ein Minimum reduziert. Ich habe für mich persönlich gemerkt, dass gewisse Erlebnisse und Erinnerungen mich viel glücklicher machen als der Besitz von Produkten.

  • Wie hast du diese Art von Lebensstil entdeckt? Wie bist du dazu gekommen? Gab es konkrete Auslöser?

Ich habe im Sommer 2019 mein Bachelor-Studium in Betriebswirtschaft und Wirtschaftspychologie abgeschlossen. Als „Belohnung“ habe ich im November mit einer Freundin eine Reise nach Neuseeland unternommen. Wir sind mit einem Camper drei Wochen durch das Land gefahren. Ich hatte seit meinem ersten „richtigen“ Gehalt bereits begonnen mich mit dem Thema Investieren zu beschäftigen. Auf der Reise habe ich dann das Hörbuch von Gerd Kommer „Souverän Investieren für Einsteiger“ gehört. Zudem habe ich in Neuseeland für mich persönlich festgestellt, dass mir die Ausflüge in die Natur viel besser gefallen haben als unsere Unternehmungen in den Städten.

Ich habe im Januar 2020 dann meinen ersten ETF-Sparplan eingerichtet und ausführen lassen. Ich wollte erstmal mit einer kleinen Summe starten und mich langsam rantasten. Nebenbei habe ich mich immer weiter mit dem Thema Finanzen beschäftigt und bin sowohl auf Instagram als auch Youtube auf die Stichworte „Finanzielle Freiheit“ und „Frugalismus“ gestoßen. Das Buch „Rente mit 40“ von Florian Wagner war dann wirklich der Auslöser, nachdem ich sagen konnte: Frugalismus ist wie für mich gemacht!

Ich bin zuerst mit dem Thema Investieren in Berührung gekommen und erst nach weiterer Beschäftigung auch zum Thema Frugalismus und Finanzielle Freiheit gekommen.

  • Wie sehe deine Lebensumstände aus? Was studierst du? Wohnst du alleine etc.

Ich wohne zurzeit wieder bei meinen Eltern. Ich hatte während meines Bachelor-Studiums, welches ich als duales Studium in einem Fitnessstudio gemacht habe, schon mit meinem damaligen Freund zusammengewohnt und weiß daher auch, wie es ist allein, zu wohnen. Ich hatte zum damaligen Zeitpunkt nur meine Ausbildungsvergütung und mein Freund hat schon voll verdient. Trotzdem haben wir uns die Kosten gleichermaßen geteilt, weil ich das so wollte. Jetzt wo ich wieder bei meinen Eltern wohne, habe ich natürlich die Möglichkeit einiges an Geld zur Seite zu legen.

Ich arbeite inzwischen Vollzeit als Clubleitung in einem Fitnessstudio. Seit Dezember 2019 mache ich nebenberuflich noch meinen Master in Personalmanagement als Fernstudium. Ich habe auch meinen Bachelor schon in diesem Modell absolviert und komme persönlich sehr gut mit dieser Form des Studiums zurecht. Die Kosten sind im Vergleich zu einem Präsenzstudium natürlich um einiges höher. Ich zahle monatlich ca. 350€ für mein Studium. Ich persönlich sehe das Ganze aber so, dass ich durch meinen Vollzeitjob ausreichend verdiene, um die Kosten zu tragen, und ich halt es für einen extrem großen Vorteil, dass ich mit 24 einen abgeschlossenen Bachelor habe und zudem aber auch schon Berufserfahrung sammeln konnte seit ich 19 bin. Außerdem zählen Investments in sich selbst in meinen Augen zu den rentabelsten überhaupt.

  • Tickt dein Umfeld ähnlich wie du? Wie reagiert dein Umfeld?

Mein Umfeld tickt hier meist eher anders. Da ich sehr ländlich wohne, möchten viele meiner Freunde später ein Eigenheim haben und sehen das als Altersvorsorge und sichere Investition an. Meine Eltern haben durch Finanzberater viel Geld an den Finanzmärkten verloren und stehen dem Ganzen daher auch eher kritisch entgegen, wobei meine Erklärungen über ETFs sie so langsam zum Nachdenken bringt. Was mich allerdings sehr freut, ist, dass mein 20-jähriger Bruder seit März 2020 ebenfalls einen ETF-Sparplan angelegt hat.


  • Wie hoch ist deine Sparquote? Wo hast du Sparpotentiale für dich entdeckt?

Meine Sparquote liegt derzeit bei 60%. Ich führe seit Anfang 2020 ein Haushaltsbuch und habe dabei festgestellt, dass sich die Kosten für auswärts essen sich über den Monat ziemlich ansammeln. Ich meine damit nicht ein schönes Essen mit Freunden in einem Restaurant, das gönne ich mir ab und zu mal gerne und genieße dies aber auch in vollen Zügen. Ich meine hier eher das Brötchen vom Bäcker für zwischendurch und den Energy Drink dazu.

  • Hast du konkrete Ziele, wenn ja, wie sehen diese aus?

Finanziell gesehen habe ich mir zunächst das Ziel gesetzt bis ich 30 bin ein Nettovermögen von 100.000€ zu haben. Allgemein ist mir für die Zukunft wichtig, dass ich ortsungebunden arbeiten kann. Ich liebe es zu reisen und möchte dies nicht nur in meinen 24 Tagen Urlaub pro Jahr machen können. Aus diesem Grund möchte ich mir in den nächsten Jahren eine selbstständige Tätigkeit aufbauen, die ich von überall auf der Welt ausführen kann. Ich weiß noch nicht genau, in welche Richtung das gehen soll, aber ich bilde mich stetig weiter und bin fest davon überzeugt, dass ich mir diesen Traum erfüllen kann.

  • Inwiefern beschäftigst du dich mit deinen Finanzen? Hast du das Ziel, finanziell frei zu werden?

Ich beschäftige mich täglich mit meinen Finanzen. Ich schaue mehrmals täglich auf mein Konto und Depot und erfreue mich an den Zahlen. Ich finde die Börse super spannend und habe gerade mit der Corona-Krise einen spannenden Einstiegszeitpunkt getroffen. Davon kann man viel lernen und für die Zukunft mitnehmen.

Finanzielle Freiheit wäre in jedem Fall ein Ziel von mir. Da ich, wie oben genannt, momentan bei meinen Eltern wohne, sind meine Kosten geringer als bei einer eigenen Wohnung. Da eine eigene Wohnung für die nächste Zeit aber definitiv geplant ist, kann ich den Zeitpunkt meiner finanziellen Freiheit momentan nur schwer bestimmen. Ich arbeite allerdings gerne und muss deswegen nicht zwingend irgendwann aufhören zu arbeiten. Für mich steht die ortsungebundene Arbeit eher auf der Prioritätenliste.


  • Investierst du? Wenn ja, worin?

Ja, ich investiere seit Anfang Januar 2020 in einen ETF-Sparplan. Dabei befolge ich die klassische Aufteilung MSCI World und MSCI Emerging Markets (70/30). Da mich Aktien aber sehr interessieren, habe ich in diesem Monat einen zusätzlichen Sparplan mit zehn verschiedenen Einzelaktien erstellt. Ich werde die beiden Sparpläne mit dem gleichen Betrag erstmal so laufen lassen und für mich dann schauen, wie ich persönlich langfristig weiter investieren möchte.

  • Welche Bücher kannst du empfehlen?

Ich habe bisher sicherlich noch nicht all zu viele Finanzbücher gelesen. Für mich persönlich war Souverän investieren für Einsteiger von Gerd Kommer ein super Einstieg was im Allgemeinen das Thema Investieren angeht. Um sich mit Frugalismus näher zu beschäftigen, war für mich das Buch Rente mit 40 von Florian Wagner der ausschlaggebende Punkt.

  • Welche Erkenntnisse hast du für dich gewonnen?

Ich habe für mich persönlich gemerkt, dass es mich sehr glücklich macht, wenn ich einfach in der Natur sein kann und neue Orte entdecken kann. Ich möchte in Zukunft ein selbstbestimmtes Leben führen und die Freiheit zum Reisen haben. Geld ist unserer Welt dabei das Mittel zum Zweck. Geld macht uns nicht glücklich, aber Geld kann uns die Freiheit geben, glücklich zu sein. Ich stelle es mir sehr erfüllend vor eines Tages sagen zu können, dass ich nie wieder arbeiten müssten, auch wenn ich es sicherlich trotzdem weiterhin tun werden würde.

 
  • Welchen Tipp würdest du dir selbst geben, wenn du jetzt nochmal 18 wärst?

Ich würde so früh wie möglich mit dem Investieren beginnen, um den Zinseszinseffekt bestmöglich auszunutzen. Ein ETF-Sparplan kann bereits ab 25-50€ monatlich bespart werden. Spätestens ab Beginn meines dualen Studiums hätte ich dieses Geld bereits investieren können.

  • Was möchtest du den Lesern dieses Beitrags mitgeben?

Ich möchte jeden dazu ermutigen sich mit seinen Finanzen zu beschäftigen und seinen Konsum in gewisser Weise zu hinterfragen. Außerdem bin ich der Meinung, dass niemand einen Job machen muss, der ihm keinen Spaß macht. In jungen Jahren schon vorherzusagen, was man sein ganzes Leben machen will, ist sehr schwer und gelingt sicherlich nicht allen. Das heißt, wenn du unzufrieden in deinem Job bist, besteht immer die Möglichkeit nebenberuflich eine Weiterbildung zu machen. Die Investition in sich selbst ist die beste, die man tätigen kann und kann einen langfristig glücklicher machen.

Liebe Saskia, vielen Dank, dass du uns einen Einblick in deine Geschichte gegeben hast. Ich finde es total super, dass du es schaffst, arbeiten und studieren zu kombinieren und das bei einer so hohen Sparquote- mega! 
Ich wünsche dir ganz viel Erfolg beim Umsetzen deiner Ziele, bleib dran!

Was sagst du zu Saskias Story?

Wenn du deine Geschichte & Erfahrungen mit der Community teilen möchtest, kannst du mir sehr gerne eine E-Mail schreiben an: info@minimalfrugal.com

Ich würde mich sehr freuen 😀

Disclaimer: Keine Anlageberatung, keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten.

Schreibe einen Kommentar