Obi, 28, Student und spar.freak, hat sich „spielend“ den Traum Eigentumswohnung erfüllt

Obi, 28, Student und spar.freak, hat sich „spielend“ den Traum Eigentumswohnung erfüllt

Herzlich Willkommen zu einer neuen Community Story – unser heutiger Gast ist Obi. Mit seinen 28 Jahren hat er sich bereits seinen Traum von einer Eigentumswohnung erfüllt. Von seinen Lektionen im Schulbuffet und seinen Spartricks erzählt er in diesem Beitrag. Viel Spaß beim Lesen!

  • Würdest du dich eher als Minimalisten oder als Frugalisten oder vielleicht sogar als beides bezeichnen?

Ich habe viele Elemente von Frugalismus und Minimalismus gelebt, bevor ich diese Worte überhaupt kannte. Ich würde sagen, ich bin ein Teil-Frugalist. Ich bin leicht zu begeistern, feiere Dinge wie ein gutes Müsli wie andere ein I-Phone der neuesten Generation.

In manchen Bereichen gebe ich bewusst sogar viel Geld aus. Das sind durchaus mal Konsumgüter, die man nicht braucht. Das steht nicht im Einklang mit Frugalismus.

Ich bin extrem emotional, will daher beim Geld-Ausgeben einen Erlebnis-Gegenwert. Den habe ich mir selbst geschaffen, mit meinem „Wertmodell“. Ich bewerte Dinge für mich, meine Ausgabebereitschaft variiert extrem – durch meine individuellen Präferenzen. Ich lebe wie ein Unternehmen, bin mein eigener Controller. Ausgaben, die überflüssig sind, werden sofort beseitigt oder gedrosselt. Einnahme-Möglichkeiten werden am Schopf gepackt und realisiert (und gespart 😊). Ich „spiele sparen“.

  • Wie hast du diese Art von Lebensstil entdeckt? Wie bist du dazu gekommen? Gab es konkrete Auslöser?

Ich habe von meinem Elternhaus das Schätzen von materiellen Dingen stark mitbekommen. Nicht, weil wir arm waren, sondern weil mir gelernt wurde: „von nix kommt nix“. Mein Taschengeld bekam ich NUR dann, wenn ich meine Eltern am Sonntag darauf ansprach. Am Samstag war zu früh, Montag zu spät. So lernte ich, mich um mein Geld zu kümmern. (Natürlich gab es Ausnahmen).

Ein weiterer Auslöser war das Schulbuffet. Mit der Umstellung Schilling-Euro in Österreich stand dort bei einer Schokoschnitte: „10 Schilling / 1 Euro“. Ich wusste, der Euro war 13,76 Schilling wert. Mit einem Tag hatte sich der Preis also um 37% erhöht und man wollte mich für blöd verkaufen. Ich liebte das Schulbuffet und war emotional enttäuscht. Ich war da 10 Jahre alt. Ich denke ich habe unterbewusst das Vertrauen in „den Anbieter“ verloren. Und ich bin sehr froh darüber, dass das passiert ist. Später habe ich das in mein „Spar-Spiel“ verpackt, jeder Einkauf wird bei mir emotional (oft nur unterbewusst) bewertet. So verankert sich ein extremes Bewusstsein für Ausgaben und für individuell festgelegte monetäre Werte.
Einen weiteren Auslöser verrate ich dir bei den Zielen.

  • Wie sehe deine Lebensumstände aus? Studierst du? Arbeitest du? Wohnst du alleine etc.
    Ich wohne mit meiner Partnerin in meiner Wohnung am Stadtrand von Wien.
    Ich bin Student, habe nach der Schule und auch schon während der Schule gearbeitet. Neben dem Studium arbeite ich meist im Winter-Halbjahr nebenbei. Außerdem gehe ich einer sportlichen Aktivität nach, die auch ein finanzielles Zubrot bringt.

  • Tickt dein Umfeld ähnlich wie du? Wie reagiert dein Umfeld? 
    Wenige. Und die möchten es nicht sagen. Schließlich ist es nicht cool, sparsam zu sein. Gegen dieses Urteil kämpfe ich massiv an, verbreite überall wo ich bin meine „Spar-Erfolge“. Da kann es schon mal vorkommen, dass ich eine Minute über ein günstig erstandenes Gebäck referiere, oder einen Vortrag über Lockangebote halte. Meist unterhält das die Leute. Einige konnte ich schon anstecken.

    Viele reagieren wie gehabt: „du gönnst dir doch nichts“ – wenn ich ihnen dann sage, dass ich meine Wohnung schon ausbezahlt habe, wollen sie aber genau wissen, wie das ging.

  • Hast du konkrete Ziele, wenn ja, wie sehen diese aus?
    Klingt eingebildet, aber das größte Ziel habe ich mir schon erfüllt. Ich habe mir eine Wohnung gekauft, die zu 100% mir gehört. Keiner Bank, nicht den Eltern. Nur mir. Selbst erarbeitet und bezahlt. Ich tippe diese Zeilen auf meinem Balkon, von dem aus ich das Wasser vom Fluss höre und der Baumkrone des Waldes beim Grünen zusehe. Ich erwähne das, weil ich unheimlich stolz darauf bin. Dieses Ziel war der Haupt-Auslöser für meinen bewussten Umgang mit Geld.

    Natürlich geht die Reise bereits weiter. Ich bin mittlerweile in der Situation, dass ich mit 20 Stunden Arbeit mein Leben finanzieren könnte. Tatsächlich tanze ich aber auf mehreren Hochzeiten (die mir alle Spaß machen) und bin weiterhin bei einer sehr hohen Sparquote. Eine zweite Immobilie ist auch eine Option.

  • Inwiefern beschäftigst du dich mit deinen Finanzen? Hast du das Ziel, finanziell frei zu werden? 
    Ich fühle mich bereits finanziell frei. Ich habe eine Wohnmöglichkeit, die mir praktisch nichts mehr kostet, ein abgeschlossenes Studium und keine Angst, mal keinen Job zu finden. Es ist auch etwas Definitionssache, was frei sein bedeutet. Natürlich „muss“ ich auch noch arbeiten. Das wird aber nicht immer so bleiben, da bin ich mir relativ sicher.

  • Wie hoch ist deine Sparquote? Wo hast du Sparpotentiale für dich entdeckt? Was ist dein bester Spartrick? 😀
    Mein Spartrick ist, dass ich „sparen spiele“. Ich führe das Unternehmen „Ich“ und will immer das Optimum herausholen. Das macht mir Spaß. Außerdem habe ich mich mit meiner eigenen Denke und der Psychologie beschäftigt und hier wichtige Erkenntnisse gewonnen. Ich belohne mich absichtlich auf scheinbar teilweise lächerliche Art und Weise. Ich feiere Erfolge, die mich finanziell oft nur um ein paar Cent weiterbringen. Dafür habe ich ein System „erfunden“, das „Wertmodell“.
    Das größte Sparpotenzial ist also der Alltag und die völlige Ignoranz von Massenbewegungen und der (medialen, sowie gesellschaftlichen) Fernsteuerung des Menschen. 
    Meine Sparquote ist schwer zu definieren, weil sehr volatiles Einkommen. Im Jahresschnitt ist sie aber nie unter 30%.

  • Investierst du? Wenn ja, worin? 
    Wie erwähnt habe ich eine Immobilie als großes Basis-Investitionsprojekt abgeschlossen. Danach habe ich begonnen, mich mit ETF, Rohstoffen und Aktien zu beschäftigen, ich investiere aber nur in kleinem Ausmaß. Tendenz steigend.

  • Welche Bücher kannst du empfehlen?
    Schnelles Denken, langsames Denken
    Nudge
    Anleitung zum Unglücklichsein

  • Welche Erkenntnisse hast du für dich gewonnen?
    Ich habe mich selbst verstanden. Ich weiß, dass ich das Potenzial habe, konsumsüchtig zu sein. Stattdessen habe ich mir lieber ein Spiel zurechtgelegt, das mir viel mehr gibt als die kurzweilige Befriedigung, die der Konsum mir einbringt. Ich feiere Erfolge, alle, auch die Kleinsten. Ich will diesen spielerischen Ansatz nie verlieren, ich brauche und liebe das!

  • Welchen Tipp würdest du dir selbst geben, wenn du jetzt nochmal 18 wärst?
    Lass auch mal eine Möglichkeit aus. Manchmal sind auch 99% okay.

  • Was möchtest du den Lesern dieses Beitrags mitgeben?
    Nichts. Damit will ich sagen: findet eure eigenen Präferenzen und individuellen Werte im Leben.

Vielen Dank dir Obi, dass du uns einen Einblick in dein Leben, deine Erlebnisse und Tricks gegeben hast. Gratuliere dir, zu deinem erreichten Ziel der Eigentumswohnung. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg auf deinem Weg 🙂

Was sagst du zu Obi’s Story? 

Wenn du deine Geschichte & Erfahrungen mit der Community teilen möchtest, kannst du mir sehr gerne eine E-Mail schreiben an: info@minimalfrugal.com

Ich würde mich sehr freuen 😀

*Keine Anlageberatung

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