Die 4% Regel – so musst du nie mehr Geld verdienen

Die 4% Regel – so musst du nie mehr Geld verdienen

Das erwartet dich in diesem Post

Die 4% Regel: So viel Geld brauchst du, um nie mehr arbeiten zu müssen?!

Vielleicht bist du der berühmt berüchtigten 4% Regel schon mal über den Weg gelaufen. Manche sind ein Fan davon, andere nicht. Ich werde dir heute mal ganz einfach erklären, was es mit dieser Regel auf sich hat und was diese Regel konkret für dich bedeutet.

Die 4% Regel beruht auf der Trinity Studie, die 1998 in den USA durchgeführt wurde. Dabei wurde ein in US- Aktien und Anleihen investiertes Vermögen genauer unter die Lupe genommen. Ziel war es, herauszufinden, wie viel % man aus diesem Depot jährlich entnehmen kann über einen Zeitraum von 30 Jahren, ohne dass das Vermögen komplett aufgezehrt wird. Ergebnis: man kann jährlich 4% entnehmen, ohne Pleite zu gehen.

Was das jetzt für dich & deine Finanzielle Freiheit heißt

Angenommen du hast ein Depot mit 50.000€. Nun könntest du jedes Jahr davon 4% entnehmen, also 2.000€. Das wären dann 166,67€ pro Monat, die du zur Verfügung hast. (Ohne Seuern)

Nun reichen dir 166,67€ aber nicht zum Überleben aus- deine monatlichen Ausgaben belaufen sich in unserem Beispiel auf 1.500€.

Wie groß muss dein Vermögen sein?

Wenn du von deinem Depot jährlich 4% entnehmen möchtest, muss dein Vermögen das 25-fache deiner jährlichen Ausgaben betragen. Denn 4% sind ja 1/25. 

Dementsprechend benötigst du bei 1.500€ monatlichen Ausgaben im Jahr 18.000€. 

18.000€ x 25 = 450.000€.

Laut der 4% Regel bräuchtest du also ein investiertes Vermögen von 450.000€. Davon würdest du dann jedes Jahr 4% entnehmen und hättest dann 1.500€ pro Monat zur Verfügung, aber Achtung: hier sind keine Steuern mit einberechnet.

Steuern sind von Land zu Land verschieden und auch von anderen Lebensumständen unter anderem abhängig. Das muss auf jeden Fall noch beachtet werden. Und es gibt noch ein paar weitere Kritikpunkte an der 4% Regel. 

Kritikpunkte an der Trinity-Studie

Dass in der 4%-Regel keine Steuern miteinbezogen wurden ist eine Sache. Aber was man auch noch beachten sollte ist der Zeitpunkt zum „Renteneintritt“, also der Zeitpunkt, ab dem man Geld aus seinem Depot entnimmt. 

Es kann nämlich passieren, dass genau am Anfang der Entnahmephase ein Börsencrash eintritt und das investiere Vermögen von einen auf den anderen Tag an Wert verloren hat. Wenn man sein Depot nun entspart, ist es deutlich ungünstiger, als wenn man in einer guten Marktlage mit dem Entnehmen beginnt. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als „Sequence of returns Risiko“. In diesem Fall bietet es sich an, mit dem Zeitpunkt des Renteneintritts ein bisschen flexibel zu bleiben oder vor allem auch, einen großen Notpuffer auf der Seite zu haben. Dann kann man den Crash überbrücken und erst danach mit der Entnahme anfangen bzw. fortfahren.

Wie bereits oben geschrieben wurde nur ein Zeitraum von 30 Jahren betrachtet. Wenn man jedoch schon mit 35 „in Rente“ gehen möchte, dann wäre es natürlich blöd, wenn man dann mit 65 ohne Geld da steht. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir immer älter werden. 

Außerdem enthielt das Depot lediglich US-Aktien und Anleihen, die im jeweiligen Zeitraum besonders hohe Renditen eingefahren haben. Niemand kann die Zukunft vorhersagen und garantieren, wie viel % Rendite wir in den nächsten Jahrzehnten tatsächlich einfahren werden. 

Was auch noch ganz wichtig ist: die 4% Regel geht von gleichbleibenden Ausgaben aus. Allerdings kann es sein, dass zum Beispiel durch Kinder oder durch die Krankenversicherung die Ausgaben steigen werden. Auch das sollte man bedenken und gegebenenfalls das 25-fache von den jährlichen Ausgaben ansparen, die man zukünftig haben wird.

Zum Beispiel: Momentan gebe ich 725€ pro Monat aus. Laut der 4% Regel müsste ich also ein Vermögen von 217.500€ aufbauen. Allerdings gehe ich nicht davon aus, dass meine Ausgaben so gering bleiben. Ich rechne deshalb momentan mit 1.500€ pro Monat, also strebe ich eine Summe von 450.000€ an -> aufgerundet 500.000€. 

Abwandlungen von der 4% Regel

Ich persönlich verwende die 4% Regel, um mir eine grobe Summe auszurechnen, ab der ich offiziell finanziell frei wäre.  Trotzdem glaube ich, dass finanzielle Freiheit für mich auch eher ein Prozess ist und nicht unbedingt so stark an eine bestimmte Zahl gekoppelt werden muss. Denn ich habe ja nicht vor, nicht mehr arbeiten zu gehen.

Wenn dir die 4% Regel zu unsicher ist, kannst du für dich eine 3% Regel daraus machen. Das heißt, du entnimmst jährlich nur 2% und sparst das 33-fache deiner jährlichen Ausgaben an. Natürlich ist das auch noch um einiges sportlicher.

Prinzipiell ist es denke ich wichtig, dass man bereits im jetzt einen Job nachgeht, der einen Freude bereitet. Dann ist es vermutlich auch nicht so, dass man in der finanziellen Freiheit kein Geld mehr erwirtschaften wird- ganz im Gegenteil. Möglicherweise verdient man dann sogar mehr oder bestimmte Ausgaben fallen weg.

Also: Die Zahlen sind nicht in Stein gemeißelt und sollten lediglich als grober Anhaltspunkt dienen, um eine ungefähre Einschätzung zu gewinnen. Viel Freude beim Sparen!


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Quelle: https://de.qwe.wiki/wiki/Trinity_study

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Ray

    Hey Valentina,

    Wieder mal Ray hier von http://www.minimalray.com 😊

    Wieder ein toller Artikel, danke! Ich sehe das mit der 4% Regel auch kritisch, aber letztes hab ich bigger Pockets money podcast zu dem thema reingehört und da wird sehr gut geschildert, wieso die trinity studie dennoch bestand hält (-> https://open.spotify.com/episode/6GvOf9VsdOZcb6ENOlouG2?si=2OopqmHsTBqlVqBbpaajAg) sehr interessanter podcast.

    Was mich persönlich interessieren würde wären steuer und pensionsthemen , vor allem in österreich. In den USA haben die ja die ROTH IRA, 401k und HSA. Bei ins gibts solche steuerbegünstigten Konten nicht. Konkret die frage: was kann man in österreich legal zu seinem vorteil nutzen (vom staat angeboten), um schneller vermögen aufzubauen und was für steuertips gibt es? Vielleicht ist das Mal ein Blog bzw Youtube thema? 😉

    Bin gespannt was du dazu sagst.
    Viele Grüße
    Ray 😀

    1. Minimal Frugal

      Hey Ray, vielen lieben Dank für den Link! Das ist eine gute Idee, werde mich mal umschauen! Danke dir 🙂 LG

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