Mein Weg zum Frugalismus

Mein Weg zum Frugalismus

Von der Shopping-Queen zur Frugalistin

Das erwartet dich in diesem Post

Mein Konsumverhalten war nicht immer so bewusst, ganz im Gegenteil! Bis vor einigen Jahren habe ich teilweise ganze Tage, also 8 Stunden pro Tag (ohne zu übertreiben) in Shoppingcenter verbracht. Von Laden zu Laden bin ich gerannt, immer auf der Suche nach neuen Klamotten, neuen Schminkprodukten oder Accessoires. Wenn man mich nach meinen Hobbies fragte, fiel mir als erstes shoppen ein und dann kam erstmal lange nichts.

Mein Kleiderschrank platzte aus allen Nähten und oft hatte ich am Ende des Tages gar keinen richtigen Überblick mehr darüber, was eigentlich alles im Einkaufskorb gelandet ist. Und oftmals wurden die Kleidungsstücke, die ich gekauft habe, nicht ein einziges Mal getragen. Statt zum Beispiel einen teuren Pullover zu kaufen habe ich um dieselbe Summe lieber 5 günstige Pullis gekauft. Irgendwo war ich also doch ein kleiner Sparfuchs. 

Ich versprach mir Glück vom Shoppen und versuchte eine innere Leere zu stopfen. Doch dieses Glücksgefühl hielt in den meisten Fällen nur wenige Minuten an bevor es verschwand.


Mit der Zeit änderte sich dies jedoch. Allerdings kann ich keinen konkreten Zeitpunkt nennen, da es eher ein schleichender Prozess war.


Neue Sparziele: Auto und Eigentumswohnung

Als ich 17 Jahre alt war fasste ich den Beschluss, dass ich mir nach der Schule und nach dem Führerschein ein Auto zulegen möchte. Also habe ich angefangen zu sparen, doch dann entschloss ich mich gegen den Autokauf– zu meinem Glück. Da ich nämlich in einer Stadt wohne, keine Kinder habe und die öffentlichen Verkehrsanbindungen sehr gut sind, wäre das aus
meiner Sicht die reinste Geldverschwendung gewesen. Mittlerweile bin ich sehr froh, dass ich mein damaliges Ziel wieder verworfen habe.

Ich hatte dann also ein bisschen Geld auf der Seite und wusste nicht genau, wohin damit. Es vergingen ein paar Monate, zwischenzeitlich kamen ein paar weitere Ideen auf, wie zum Beispiel der Kauf einer Eigentumswohnung. Ich begann mehr Geld zur Seite zu legen und hatte Freude am Sparen, jedoch kein konkretes Ziel mehr vor Augen.


Als ich das erste mal vom Frugalismus gehört habe

Doch das änderte sich im Frühling 2019, als ich zum ersten Mal auf den Begriff Frugalismus gestoßen bin. Frugalismus ist ein Lebensstil, bei welchem bewusster Konsum und das Streben nach finanzieller Freiheit im Vordergrund stehen. Dadurch, dass Frugalisten nur Geld für Dinge ausgeben, die ihnen langfristig Freude bereiten, ergeben sich oft hohe Sparquoten. Das gesparte Geld versauert jedoch nicht am Sparbuch, sondern wird investiert, zum Beispiel in Aktien, Immobilien oder P2P Kredite. Ziel ist
es, finanziell unabhängig zu werden, sodass man seine monatlichen Ausgaben durch sein aufgebautes Vermögen decken kann, beispielsweise durch Dividenden oder Zinsen.

Dieser Lebensstil hat sowohl inspiriert als auch fasziniert und ich begann mich mehr und mehr in das Thema einzulesen und hab viele Videos dazu geschaut. Da ich weder in der Schule noch im Studium mit Wirtschaft in Berührung gekommen bin, war das alles absolutes Neuland für mich. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass ich mich in dem Börsenjungle ein wenig verirrt habe, doch
ich hatte viel Freude daran, mich mit dem Thema zu beschäftigen.

Näher befasst habe ich mich vor allem mit dem Investieren in ETFs und P2P-Krediten. Ich habe viel darüber gelesen, doch das theoretische Wissen allein bringt einen auch nicht weiter, wenn man es nicht auch anwendet. 



Erste Investitionen & Respekt vorm Investieren

Irgendwie hatte ich großen Respekt vorm Investieren und auch ein bisschen Angst davor, diesen Schritt zu wagen. Schließlich habe ich mich nach möglichen Brokern umgesehen und da ich ja aus Österreich komme, kamen gar nicht viele in Frage. Diese Entscheidung konnte ich also relativ schnell treffen und sie fiel auf Flatex (Mehr zu Flatex) .Da es ein paar Tage oder Wochen dauerte (ich weiß es nicht mehr so genau), bis ich meine Zugangsdaten erhalten habe, habe ich mich in der
Zwischenzeit mehr mit P2P-Plattformen und deren Risiken und Chancen auseinandergesetzt und mich erstmal für die Plattform Mintos entschieden. Was meiner Meinung nach ganz wichtig ist, ist, dass man versteht, worin man
investiert und dass man vor dem Investieren einen Notgroschen aufgebaut hat
(3-6 Monatsausgaben), für unvorhersehbare Notfälle.

Ich beschloss, erstmal einen nicht allzu hohen Betrag auf Mintos zu investieren und begann mit 500€, was natürlich aber auch schon eine anständige Summe ist. Das würde ich auch jederzeit wieder so machen, ich finde es ist ganz wichtig, dass man nur Geld investiert, was man auch wirklich nicht dringend für etwas anderes braucht. Und vor allem sollte man mit seinen Investitionsentscheidungen auch gut und ruhig schlafen können! 😊

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich die ersten paar Tage direkt nach dem Aufwachen in meinen Mintos-Account reingeschaut habe um zu sehen, wie viel Cent Zinsen ich während dem Schlafen verdient habe. Auch wenn’s nur 10cent waren- es fühlte sich super an!

Währenddessen kamen dann auch meine Zugangsdaten für meinen Broker bei mir an und ich richtete direkt die ersten ETF-Sparpläne ein, die ich mir in der Zwischenzeit herausgesucht habe. Entschieden habe ich mich für einen monatlichen Sparplan auf den MSCI World und einen vierteljährlichen auf den MSCI Emerging Markets. Ich konnte es kaum erwarten, bis die Sparpläne das erste Mal ausgeführt wurden- es war wirklich super aufregend. Auch hier schaute ich die ersten paar Tage täglich in mein Depot, um die Entwicklung zu verfolgen. Mittlerweile werfe ich nur noch alle paar Tage einen Blick drauf.  



Rückblick

Heute, ca. ein halbes Jahr nach meinen Investitionsanfängen bin ich total glücklich und stolz, angefangen zu haben. Rückblickend muss ich sagen, dass der Anfang bisher das Schwierigste von allem war- jetzt läuft quasi alles so gut wie von alleine und automatisiert, wodurch ich eigentlich kaum Zeit dafür aufwenden müsste. Sparen und Investieren per Autopilot. Aber dennoch
interessiert mich das Thema Finanzen immer noch so sehr, dass ich mich täglich damit auseinandersetze, wie ich zum Beispiel meine Sparquote weiter nach oben schrauben kann.

Da ich meine Ausgaben bereits optimiert habe, versuche ich jetzt meine Einnahmen zu erhöhen und neue Einkommensquellen aufzubauen. Niedrige Ausgaben sind zwar hilfreich und in gewisser Weise auch notwendig,
aber das Einkommen ist in meinen Augen jedoch der größere Hebel.

Weiters möchte ich mehr über weitere Anlageklassen lernen, wie zum Beispiel Immobilien, um herauszufinden, ob Investieren in Immobilien auch was für mich wäre. Auch über Rohstoffe oder Crowdinvesting möchte ich mich näher erkundigen. Ganz nach dem Motto: „Man lernt nie aus!“

Meiner Meinung nach sollten gerade wir Frauen uns mit unseren Finanzen beschäftigen, da wir leider immer noch häufig über ein
geringeres Einkommen verfügen, als Männer. Ich finde es ganz wichtig, seine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und sich nicht auf die gesetzliche Rente zu verlassen. Denn wenn’s so weiter geht wie bisher, bezweifle ich, dass wir noch eine Rente erhalten. Und falls wir eine Rente bekommen glaube ich, dass diese sehr gering ausfallen wird.

Ein weiterer Vorteil der finanziellen Freiheit ist, dass man jederzeit seinen Job kündigen, oder eigene Projekte verwirklichen kann.
Außerdem bleibt ausreichend Zeit, z.B. gemeinsam mit der Familie oder mit Freunden oder aber auch zum Reisen. Und Zeit ist meiner Meinung nach unser wichtigstes Gut, welches durch nichts ersetzt werden kann.

Anstatt mein Leben lang Zeit gegen Geld zu tauschen möchte ich den Spieß umdrehen und Geld gegen Zeit tauschen.

 

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DISCLAIMER: Alle Inhalte sind meine persönlichen Meinungen und Erfahrungen, die falsch sein können. Die Inhalte wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Keine Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität. Es handelt sich hierbei um keine Anlageberatung. Dies ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Wenn du an der Börse investierst so handelst du auf dein eigenes Risiko und Verantwortung, ich übernehme keine Haftung für deine Anlageentscheidungen. Wenn du Geld an der Börse investierst, kann es zu einem Totalverlust des investierten Vermögens kommen.

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