Matthias, 44, hat Warren Buffet interviewt und seine eigene AG gegründet

Matthias, 44, hat Warren Buffet interviewt und seine eigene AG gegründet

Zur Feier des Tages gibt es heute – wie könnte es anders sein – eine neue Community Story 😀
Matthias hat in seinem Leben schon so einige spannende Erfahrungen machen dürfen. Unter anderem hat er Warren Buffett interviewt! 

Ich denke, ich bin nicht die Einzige, die ihn darum beneidet. Hammer!

Viel Spaß beim Lesen 🙂 

  • Wie heißt du und wie alt bist du?

Mein Name ist Matthias Schmitt und ich bin 44 Jahre jung. Zusammen mit meiner Frau und meiner fast erwachsenen Tochter lebe ich in der Nähe von München.

  • Würdest du dich eher als Minimalist oder als Frugalist oder vielleicht sogar als beides bezeichnen? Oder als nichts von beidem?

Ich bin relativ sparsam auf einem kleinen Dorf in Unterfranken aufgewachsen. Ich habe sehr früh von meinen Eltern gelernt, mit Geld umzugehen, wofür ich ihnen sehr dankbar bin.

  • Inwiefern beschäftigst du dich mit deinen Finanzen?

Als 1987 die Aktienkurse gecrasht sind, das war kurz bevor ich 12 geworden bin, hat mein Vater die ersten Aktien gekauft und mich relativ schnell für das Thema begeistert. Ich hab dann viele Börsenspiele mitgemacht und viel gelesen. Ich hab dann BWL an der FH in Würzburg studiert und zwei Praktika im Finanzbereich gemacht. Parallel zum Studium habe ich 1997 meine eigene Seite US Aktien News gegründet, einen wöchentlichen Newsletter mit Informationen und Analysen zu US-Aktien. Im März 1998 hab ich den Newsletter dann an André Kolbinger den ich im Praktikum kennen gelernt habe, verkauft. André hat dann Wallstreet Online gegründet und ich habe als Finanzjournalist bei Börse Online angefangen und das Studium parallel fertig gemacht.

  • Und das ging so einfach?

Ja, ich fand das Studieren und parallel Arbeiten viel besser. Ich bin zwei Mal die Woche von München nach Würzburg gependelt, hab viel im Zug gearbeitet, und ich hab vor allem gesehen, welche Studieninhalte ich wirklich im Beruf brauche. Man geht das Studium viel lockerer an. Im Jahr 2000 hab ich dann mit meiner Kollegin Gisela Baur die Hauptversammlung von Warren Buffett in Omaha besucht und das Orakel von Omaha auch interviewen dürfen. 

Das war sicher einer der Höhepunkte meiner journalistischen Tätigkeit. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich damals vieles parallel gemacht habe. Es war die wilde Zeit der New Economy.

Zusammen mit vier weiteren Studenten haben wir damals auch unsere erste Firma, die ITS Innotech AG (heute Scripovest AG) gegründet. Wir haben vieles ausprobiert. Zunächst wollten wir einen Strompool gründen. Das wurde aber nichts. Aber aus der Gesellschaft ist zwei Jahre später die HWPH Historisches Wertpapierhaus AG entstanden. Hier haben wir fortan ein Auktionshaus für Historische Wertpapierealso alte Aktien, die gesammelt werden, aufgebaut.

  • Gibt es die Firma noch?

Ja, die Firma gibt es heute noch. Das ist auch mein Hauptjob. Alle acht Monate veranstalten wir große Präsenzauktionen. Inzwischen sind wir das weltweit führende Auktionshaus in diesem Nischenmarkt. Wir haben bereits 2009, da hat noch niemand von Digitalisierung geredet, als eines der ersten Auktionshäuser angefangen, live und online zu versteigern. Bei uns kannst Du Dich von jedem Ort der Welt aus in die Auktion einwählen und mitbieten.

  • Wie sehen deine Lebensumstände aus? Was arbeitest du?

Meine Firma befindet sich bei uns im Haus mit dabei. Ich kann im Wesentlichen von zu Hause arbeiten. Das ist in diesen Tagen ein großer Vorteil und bedarf keiner Umgewöhnung. Allerdings bin ich viel geschäftlich unterwegs. Die teureren Stücke hole ich bei den Kunden persönlich ab. Das macht den Job auch so interessant. Ich lerne dabei die unterschiedlichsten Menschen kennen. Viele waren sehr erfolgreich im Job und haben tolle Geschäfte aufgebaut. Und eines habe ich hier fürs Leben gelernt: Es ist wichtig, sich bis ins hohe Alter aktiv mit interessanten Themen zu beschäftigen. Wer vor Netflix abhängt, verliert und baut ab. Viel besser ist es selbst aktiv etwas zu gestalten oder etwas Neues zu lernen.

  • Hast Du hier ein Beispiel?

Vor fast 9 Jahren hat meine Tochter das Schachspielen angefangen. Sie hat es mir dann auch beigebracht. Das hat mich gepackt. Ich habe danach sehr intensiv trainiert und vor 4 Jahren meinen Trainerschein gemacht. Oder mein neuestes Projekt www.finanzgeschichten.comGeschrieben habe ich schon immer gerne. 2001 hab ich zwar bei Börse Online als fester Mitarbeiter gekündigt, aber bis 2005 hab ich als Freiberufler weitergeschrieben. Parallel dazu habe ich von 2001 bis 2012 für die Financial Times Deutschland über Derivate geschrieben und 2011 den DDV Journalistenpreis verliehen bekommen. Neben reinen Blogartikeln gibt es bei mir auch regelmäßig Videos. Das ist für mich was komplett Neues, aber ich mag solche Herausforderungen. Stillstand ist Rückschritt.

  • Was ist deine Mission?

Machen ist wie Denken, nur viel geiler. Ich probiere gerne viele Sachen aus. Wenn ich merke, dass was geht, wird Vollgas gegeben. Und wenn nicht, hab ich noch viele andere Ideen.

  • Investierst du? Wenn ja, worin?

Seit 26 Jahren, seit ich 18 bin, investiere ich mein eigenes Geld in Aktien. 2001 haben wir uns unser eigenes Haus gekauft und ich bin an vier Unternehmen, die nicht an der Börse sind, beteiligt. Diversifikation spielt bei mir nicht nur bei Aktien eine große Rolle, sondern ich finde es sinnvoll, in allen Lebensbereichen diversifiziert zu sein. So habe ich beispielsweise auch dafür gesorgt, dass ich meine Mindestbeitragszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung durch eine freiwillige Nachzahlung überschritten habe und später mal eine, wenn auch kleine, Rente bekomme. Zudem hab ich eine Sammlung von Historischen Wertpapieren und Münzen, was wiederrum einen Sachwert darstellt.

  • Welche Bücher kannst du empfehlen?

Ich habe viele gelesen – einige sieht man in meinen Videos als Hintergrund. Am meisten ziehe ich aus Biographien berühmter Personen. Die erste, die mir in den 1990er-Jahren schon einen dicken Börsengewinn eingebracht hat, war „Der Weg nach vorn“ von Bill Gates. Aber auch die Bücher über Elon Musk und Steve Jobs hab ich gerne gelesen. Von Warren Buffett hab ich so ziemlich alles gelesen, was auf dem Markt verfügbar ist. Er ist einfach einzigartig. Aus den Büchern von Robert Kiyosaki (Rich Dad Poor Dad, Cashflow Quadrant etc.) kann man auch sehr viel lernen. Aber jungen Menschen in Deutschland und Österreich rate ich unbedingt die drei Bücher von Prof. Dr. Günter Faltin zu lesen: Kopf schlägt Kapital, Wir sind das Kapital und David schlägt Goliath. Er liefert so viele Inspirationen und Anstöße, wie man seine Ideen in Geschäftsmodelle verwandelt. Seine Bücher haben mich sehr inspiriert.

  • Welchen Tipp würdest du dir selbst geben, wenn du jetzt nochmal 18 wärst?

Gebt Gas und probiert aus! Ich habe vor allem in jungen Jahren sehr viel, oftmals auch parallel, gemacht. Das würde ich auch sofort wieder tun. Ich bin der Überzeugung, nicht nur Kapital, sondern Wissen und Können wachsen zumindest bis zu einem gewissen Grad exponentiell. Ohne diese intensive Zeit in jungen Jahren wäre ich heute mit nicht mal Mitte 40 nicht so finanziell, frei wie ich es bin.

  • Was möchtest du den Lesern dieses Beitrags mitgeben?

Allen Investoren möchte ich folgendes Video empfehlen, welches unten verlinkst ist. Dort stelle ich das DECKEL-Konzept vor. Es ist meiner Ansicht nach die grundlegende Basis für den Vermögensaufbau. Wer das berücksichtigt, wird viel Freude mich seinen Investments haben.

Vielen Dank dir lieber Matthias für die spannenden Einblicke in dein Leben und in die Erfahrungen, die du gesammelt hast und natürlich auch für deine Tipps! Richtig motivierend!

Ich wünsche dir weiterhin alles alles Gute in deinem Leben, bleib gesund und fit.

Wie fandest du Matthias‘ Story?

Wenn du deine Geschichte & Erfahrungen mit der Community teilen möchtest, kannst du mir sehr gerne eine E-Mail schreiben an: info@minimalfrugal.com

Ich würde mich sehr freuen 😀

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